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Travel One 03_2014

travel.one 7.2.2014 9 »Ich gehe davon aus, dass eine ganze Reihe Büros ihre Agenturen zurückgeben werden.« Ich glaube nicht, dass dies vor 2016 passie- ren wird, dann wäre es immerhin noch in der Laufzeit des Provisionsmodells. DRV- Präsident Jürgen Büchy hatte bereits 2012 angekündigt, dass die Differenzierung fal- len werde und auch in Vier-Augen-Gesprä- chen wurde uns dies bereits für Dezember 2013 zugesagt. Passiert ist immer noch nichts. Im vergangenen Herbst hat die Bahn eine Aktion durchgeführt, bei der Online-Buchern die Rückfahrkarte geschenkt wurde. Das können wir Agenturen nicht anbieten. Dabei wäre eine kosten- neutrale Abschaffung der Preisdifferen- zierung möglich. Der geringe Bonus, den wir erhalten, ist höchstens ein Schmer- zensgeld. Sie erwarten also eine weitere Ausdünnung des sogenannten personenbedienten Verkaufs? Dies ist die zwangsläufige Folge. Schwie- rig ist es beispielsweise für die Bahnhofs- agenturen. Sie wissen nicht, was mit ih- nen passiert, wenn sie den Status als Prä- senzstandort, der ja von außen an sie vergeben wird, nicht mehr innehaben. Dann ist ihr Standortbonus von maximal 4,5 Prozent weg und sie erhalten nur noch zwei Prozent Grundprovision plus Ein- nahmebonus. Und für vielleicht fünf oder sieben Prozent eine Fahrkarte zu verkau- fen, das rechnet sich nicht. Da bleibt nur die Rückgabe des Agenturvertrags. Können sich die betroffenen Bahnagenturen dagegen wehren? Nicht direkt. Aber dass die Bahn für un- terschiedliche Standorte unterschied- liche Provisionssätze zu Grunde legt, könnte ein Ansatzpunkt für das Bundes- kartellamt sein. HOTELS DESIGNED TO SAY YES! radissonblu.de F R Ü H - L I N G E Z A H L E N W E N I G E R FRÜH BUCHEN UND BIS ZU 20% SPAREN IN ÜBER 250 STILVOLLEN HOTELS IN 35 LÄNDERN. Das Kartellamt hat Ende Januar ein Verfahren gegen die Bahn wegen des Verdachts der Wettbewerbs- behinderung beim Fahrkartenverkauf eingeleitet. Wie bewerten Sie dies? Das war eine große Überraschung, da- von haben wir gar nichts gewusst. Ich denke, es hat eine Eingabe eines Wettbe- werbers gegeben, dass dessen Fahrkar- ten an einem be- stimmten Bahnhof nicht verkauft wer- den durften. Das Verfahren hat zwar auch mit dem Preis- modell der Bahn zu tun, richtet sich aber gegen das Ver- halten gegenüber Fremdanbietern. Es geht um die Unabhängigkeit von DB Ver- trieb und DB Netz. Wünschen Sie sich auch eine größere Unabhängigkeit? Alles müsste unabhängig sein. Ich glau- be, einige Entscheidungen, die DB Ver- trieb betreffen, werden außerhalb des DB Vertriebs getroffen. Dies ist eine poli- tische Frage, das macht ja das Einschrei- ten des Kartellamts deutlich. Das Kartellamt wirft der Bahn vor, dass Wettbewerber Schwierigkeiten beim Vertrieb ihrer Fahrkarten haben. Da gibt es allerdings Probleme. So müs- sen wir zum Beispiel für eine Teilstrecke mit der DB und für die Anschlussfahrkar- te eines anderen Unternehmens zwei Fahrkarten ausstellen. Eine Verknüpfung ist bislang nur im Nahverkehr möglich, dort unterwerfen sich die anderen Anbie- ter dem Bahntarif, den die Bahn als ihr geistiges Eigentum betrachtet. Hier müsste komplett neu gedacht werden. Wir haben aber noch keine Gespräche mit der Bahn geführt, wir sind noch dabei, Infos und Ideen zu sammeln.

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