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Travel One 03_2014

travel.one 7.2.2014 17 mix.produktairlines/airports.titelthema »Wir wollen das Ziel weiterer Lärmpausen engagiert angehen.« Stefan Schulte, Fraport Ob die Baugenehmigung für die dritte Startbahn über- haupt rechtens ist, wird der- zeit vor dem Münchener Ver- waltungsgerichtshof geprüft. Das Urteil soll am 19. Februar verkündet werden. Für den Münchener Air- port ist die undurchsichti- ge Lage ein echtes Problem. Denn eigentlich stehen die Zeichen auf Wachstum. So haben Airlines wie Lufthansa und Condor in den vergan- genen Jahren bereits Verbin- dungen von Frankfurt nach München verlagert und den Airport zu ihrem zweiten Hub gemacht. Ein Ausbau der Ver- kehrskapazität von derzeit 90 auf 120 Flugbewegungen, die eine dritte Start- und Lande- bahn ermöglichen würde, sei »dringend notwendig«, er- klärt Flughafenchef Michael Kerkloh. Denn belastbare Pro- gnosen sagten für das Jahr 2025 ein Passagieraufkom- men von über 58 Millionen Fluggästen voraus. Besser als mit der neuen Bahn liegt Kerkloh mit einem Satelli- tengebäude für das Terminal 2 im Plan. Es soll die Abferti- gungskapazität dort um elf Millionen Passagiere pro Jahr heben und die Anzahl der gebäudenahen Abstellposi- tionen für Flugzeuge um 27 erhöhen. Im September 2013 war Richtfest und im nächs- ten Jahr soll das neue Gebäu- de den Betrieb aufnehmen. Tempo gedrosselt. Seit den Auseinandersetzun- gen um die Startbahn West in den 1970er und 80er Jahren ist der Flughafen Frankfurt ein Dauerbrenner in Sachen Ausbaukonflikte. Nach der Eröffnung der neuen Lande- bahn im Oktober 2011 steht als nächstes ein drittes Ter- minal auf der Agenda. Dieses benötige der Airport »spätes- tens, wenn wir bei 68 Millio- nen Passagieren liegen«, sagt Flughafenchef Stefan Schulte. Das wären rund zehn Millio- nen mehr als 2013 in Frank- furt starteten oder landeten. Die neue hessische Lan- desregierung aus CDU und Grünen tendiert dazu, das Projekt erst einmal auf Eis zu legen. Zunächst soll die Einschränkung der Lärm- belastung im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, um die Gemüter der Anwoh- ner zu beruhigen (Seite 12). Dies will der Flughafenbe- treiber Fraport unterstüt- zen und »das Ziel weiterer Lärmpausen besonders in den Nachtrandstunden kon- struktiv und engagiert an- Die Fraport AG hat den geplanten Start zum Bau des Terminals 3 erst mal verschoben ©FraportAG gehen«, so Schulte. Und auch mit dem Bau des Terminals 3 hat man es nicht mehr ganz so eilig. Fraport wolle das Pro- jekt »in Kapazitätsabschnitten, so klein und günstig wie mög- lich bauen« und die Kapazität erst dann zur Verfügung stel- len, wenn diese tatsächlich gebraucht werde. Daher habe man den »Startpunkt nach in- tensiver Prüfung aller Alterna- tiven und Verkehrsprognosen auch selbst geschoben«. Der derzeit drittgrößte Flughafen des Landes, Düssel- dorf, will in diesem Jahr über eine Änderung der Betriebs- genehmigung die Kapazität seiner zwei Start- und Lande- bahnen in Spitzenzeiten von derzeit 43 auf 60 Flugbewe- gungen pro Stunde steigern. Dies sei erforderlich, um die Nachfrage nach Slots, die das Angebot schon seit Langem übersteige, bedienen zu kön- nen, sagt Thomas Schnalke, Geschäftsführer des Flugha- fens Düsseldorf. Ohne Kon- flikte verläuft freilich auch dieser Plan nicht. In Nach- barstädten wie Mülheim, Es- sen oder Duisburg regt sich deutlicher Widerstand, der das Verkehrsministerium der rot-grünen Landesregierung von Nordrhein-Westfalen vor eine schwierige Entscheidung stellt. Christian Schmicke

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