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Travel One 03_2014

7.2.2014 travel.one14 titelthema.airlines/airports Robert Ertler (Foto) ist sozusagen schon von Berufs wegen harmoniebedürftig. Der 47-Jährige leitet den Bereich Luftraumentwicklung und -gestaltung bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen. Seine Aufgabe ist es, mit seinem Team jene Flugrouten aus- zuarbeiten, die bei allen die größtmögliche Akzeptanz finden. Die Vorgaben: Der Verkehr muss sicher, flüssig und geordnet abgewickelt werden. Auch der Lärm- schutz spielt eine wichtige Rolle. Keine leichte Aufga- be: Schließlich mag zwar jeder einen Flughafen in der Nähe, die Routen und den Fluglärm aber möglichst weit weg von seinem Zuhause haben. Vor allem für die Bevölkerung stadtnaher, hoch- frequentierter Flughäfen, wie beispielsweise dem in Frankfurt mit im Schnitt 96 Flugbewegungen pro Stunde, ist Fluglärm ein brisantes Thema. In München, immerhin dem zweitgrößten Airport in Deutschland, gibt es dank der knapp 30 Kilometer Entfernung zum Zentrum deutlich weniger Probleme. »Aus Fluglärm- gesichtspunkten die optimale Lösung«, so Ertler. »Als fachverantwortliche Planer suchen wir immer für das Gesamtsystem das Beste«, betont er – unab- hängig von Ansehen und Status der jeweils betroffe- nen Personengruppe, »Mensch ist Mensch«. Und so sucht er mit seinem Team die optimale Lösung, sieht sich als »Übersetzer«, als »Bindeglied zwischen Lot- sen und Bevölkerung«. Dabei geht es immer um die geringstmögliche Belastung für die Bevölkerung ins- gesamt, betont Ertler. Insbesondere bei Abflügen wer- den oft lange Umwege in Kauf genommen, um dicht besiedelte Regionen nicht direkt zu überfliegen. Außerdem kommen spezielle An- und Abflugver- fahren zum Einsatz. Etwa der kontinuierliche Sinkflug, Continuous Descent Operations (CDO). »Das ist deut- lich leiser.« Piloten und Lotsen werden permanent ge- schult, um dieses Verfahren einzusetzen, das auch von Gewicht, Wetter und Temperatur abhängt. Allerdings: »Je dichter der Verkehr, desto schwieriger wird es.« Und so kann CDO aus Sicherheitsgründen nicht den ganzen Tag über angewandt werden. Herr der Flugrouten Bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen tüfteln Planer aus, welchen Weg Flugzeuge bei Start und Landung nehmen. CDO ist ein spezielles Anflugverfahren: Dabei sinkt der Flieger idealerweise im Leerlauf mit minimaler Triebwerksleistung und vermeidet weitgehend Hori- zontalflugphasen. Dadurch wird Treibstoff gespart, der Ausstoß von Kohlendioxid verringert und Lärm reduziert. Beim CDO-Verfahren verliert der Flieger rund 90 Meter Höhe auf 1,85 Kilometern Länge.

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